Leistungen · Vorsorge & Zahnerhalt

Parodontitis-Behandlung

Die Entzündung stoppen, bevor sie den Zähnen den Boden nimmt.

Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats, des Zahnfleischs und Knochens, die Ihre Zähne im Kiefer verankern. Sie verläuft meist über Jahre, ohne wehzutun, und genau das macht sie tückisch: Wer wartet, bis sich etwas bemerkbar macht, wartet oft zu lange.

Ruhiges Porträt einer Patientin im Tageslicht (Symbolbild)
Wir sagen offen, ob eine Parodontitis-Behandlung das Richtige ist

von 14 Leistungen

ParodontitisParodontoseZahnbetterkrankung

Das Zeichen, das die wenigsten ernst nehmen

Zahnfleisch, das beim Putzen blutet, gilt vielen als harmlos, fast normal. Gesundes Zahnfleisch blutet aber nicht: Blutung ist meist das erste und oft einzige Signal, dass sich der Zahnhalteapparat entzündet hat, also das Zahnfleisch und der Knochen, die Ihre Zähne im Kiefer verankern. Im Alltag hören wir dafür oft den älteren Namen „Parodontose", gemeint ist dasselbe Krankheitsbild.

  • Zahnfleisch, das beim Putzen blutet
  • Zahnfleisch, das zurückgeht, Zähne wirken „länger"
  • Empfindliche Zahnhälse
  • Mundgeruch ohne erkennbaren Grund
  • Zähne, die sich etwas lockerer anfühlen als früher

Parodontitis verläuft dabei fast immer still. Sie tut über Jahre nicht weh, während sie im Hintergrund weiterarbeitet. Wer wartet, bis sich Zähne lockern oder wandern, wartet zu lange: Dann ist bereits Knochen verloren, der nicht von selbst zurückkommt. Ein Termin zur Kontrolle reicht, um Klarheit zu bekommen.

Wie es für Sie ablaufen würde

  1. Befund & Diagnose

    Messung der Zahnfleischtaschen, Röntgen, Beurteilung wie weit der Prozess fortgeschritten ist. Wir reichen den Antrag bei Ihrer Krankenkasse ein.

  2. Aufklärung & Mundhygiene

    Wir zeigen konkret, wie die häusliche Pflege bei genau Ihrer Situation aussehen sollte, besonders in den Zahnzwischenräumen.

  3. Die Reinigung

    Unter örtlicher Betäubung befreien wir die Zahnfleischtaschen gründlich von Belag und Konkrementen, meist an zwei eng aufeinanderfolgenden Terminen.

  4. Kontrolle des Ergebnisses

    Einige Monate später messen wir erneut aus, wo sich das Zahnfleisch beruhigt hat.

  5. Die Nachsorge

    In festgelegten Abständen halten wir die Entzündung dauerhaft in Schach.

Symbolbild

Zahnfleisch, das nicht mehr blutet.
Zähne, die fest bleiben.Und die Gewissheit, dass nichts mehr unbemerkt weiterläuft.

Was es kostet

Die geregelte Parodontitis-Behandlung ist eine Kassenleistung: Befund, die eigentliche Reinigung mit Hand- und Ultraschallinstrumenten sowie die zweijährige Nachsorge trägt die gesetzliche Krankenkasse. Den Antrag dafür stellen wir für Sie.

Privat dazukommen können ergänzende Verfahren wie der Laser bei tiefen Taschen, das Air-Polishing oder ein mikrobiologischer Keimtest, jeweils eine eigenständige Zusatzleistung, Ihr Kassenanspruch bleibt davon unberührt. Nach Ablauf der zweijährigen Nachsorge geht die Betreuung in die reguläre professionelle Zahnreinigung über, je nach Schwere drei- bis viermal im Jahr, in dichterem Rhythmus als bei einem gesunden Gebiss. Die Betreuung endet damit nicht, sie wechselt nur die Form.

Wenn private Kosten dazukommen, wissen Sie es vorher. Wir sagen Ihnen an der Stelle Bescheid, an der die Kassenleistung aufhört, und Sie entscheiden in Ruhe. Für privat Versicherte gilt ohnehin die eigene Gebührenordnung, auch hier gibt es vorab einen transparenten Kostenplan.

Wann etwas anderes besser ist

Steht ohnehin Zahnersatz an, eine Krone, eine Brücke, ein Implantat, muss die Parodontitis vorher unter Kontrolle sein: Ein Implantat auf entzündetem, abbauendem Kiefer zu setzen hieße, auf schlechtem Boden zu bauen. Die Parodontitis-Behandlung ist dann oft die Vorstufe, die den Boden erst herrichtet.

Bei sehr weit fortgeschrittenem Knochenverlust kann ein einzelner Zahn so stark gelockert sein, dass er nicht mehr erhaltungswürdig ist. Dann ist das Ziehen und der spätere Ersatz der ehrlichere Weg, im Dienst der Zähne daneben, die man dadurch besser schützt. „Erhalt vor Ersatz" heißt nicht „Erhalt um jeden Preis", und auch das sagen wir offen.

Steht bei Ihnen ohnehin Zahnersatz an?

Parodontitis zuerst

Bevor eine Krone, Brücke oder ein Implantat gesetzt wird, muss der Halteapparat stabil sein, sonst wird auf schlechtem Boden gebaut. Was danach folgt, steht beim Festsitzenden Zahnersatz.

Ist ein Zahn nicht mehr zu retten?

Ziehen & Ersatz

Bei sehr fortgeschrittenem Knochenverlust ist ein Zahn manchmal nicht mehr erhaltungswürdig. Dann ist das Ziehen und der spätere Ersatz der ehrlichere Weg, mehr dazu bei den Zahnersatz-Leistungen.

Sitzt die Entzündung im Zahn selbst, nicht nur am Zahnfleisch?

Wurzelbehandlung

In seltenen Fällen trifft eine Entzündung im Zahninneren mit einer Parodontitis am selben Zahn zusammen, dann denken wir beide Wege zusammen. Was eine Wurzelbehandlung leistet, steht bei der Wurzelbehandlung.

Der Halteapparat ist das Fundament für alles andere, was am Zahn noch kommt, ihn erst solide herzurichten trägt jede weitere Versorgung besser.

Ob eine Parodontitis-Behandlung für Sie der richtige Weg ist oder etwas anderes, klären wir gemeinsam.

Zahngesundheit verstehen, Entscheidung leben.

Wenn Sie es genauer wissen möchten

Wie lange dauert die Behandlung?

Nach der Diagnose braucht die Genehmigung durch Ihre Krankenkasse in der Regel etwa zwei, gelegentlich bis zu vier Wochen, diesen Antrag stellen wir für Sie. Die eigentliche Reinigung findet dann an zwei eng aufeinanderfolgenden Terminen statt, meist am Folgetag. Einige Monate später schauen wir uns das Ergebnis noch einmal an. Danach beginnt die Nachsorge, die zwei Jahre läuft und anschließend in die reguläre Kontrolle übergeht.

Ist Zahnfleischbluten normal?

Nein, gesundes Zahnfleisch blutet beim Putzen nicht. Blutung ist das häufigste und oft einzige Frühzeichen dafür, dass sich das Zahnfleisch entzündet hat. Kein Grund zur Panik, aber der Anlass, es untersuchen zu lassen, solange noch alles gut zu behandeln ist.

Kann man Parodontitis heilen?

Im Sinne von „wieder ganz wie vorher" nein, der verlorene Knochen kommt durch die übliche Behandlung nicht zurück. Aber man kann die Erkrankung stoppen und dauerhaft unter Kontrolle halten, sodass die Zähne erhalten bleiben. Das ist das realistische und gute Ziel dieser Behandlung.

Werden gelockerte Zähne wieder fest?

Zum Teil. Ein Teil der Lockerung kommt von der Schwellung des entzündeten Gewebes, geht die Entzündung zurück, wird der Zahn wieder fester. Der Teil, der von echtem Knochenverlust kommt, bleibt dagegen. Wo nötig, hilft eine Schienung mit den Nachbarzähnen für mehr Stabilität und Kaukomfort.

Warum muss die Nachsorge so lange weitergehen?

Weil die Bakterien nach der Reinigung binnen Monaten in die Taschen zurückkehren. Die Nachsorge fängt das immer wieder ab. Sie ist der Teil, an dem der langfristige Erfolg tatsächlich hängt. Die ersten zwei Jahre trägt die Kasse diese Nachsorge als eigene Leistung; danach übernehmen die reguläre Kontrolle und eine professionelle Zahnreinigung, mehrmals im Jahr statt einmal. Die Betreuung endet damit nicht, sie wechselt nur die Form.

Muss ich mit dem Rauchen aufhören?

Müssen nicht, aber es ist der wirksamste einzelne Schritt, den Sie selbst zum Erfolg beitragen können. Rauchen ist der stärkste ungünstige Faktor und dämpft zudem das Zahnfleischbluten als Frühwarnzeichen, wodurch die Erkrankung oft erst spät auffällt. Wer nicht aufhört, wird trotzdem behandelt, nur mit ehrlich benannter, etwas ungünstigerer Ausgangslage.

Ein Kontrolltermin schafft Klarheit