Leistungen · Vorsorge & Zahnerhalt

Wurzel­behandlung

Der Zahn bleibt erhalten, wenn sein Inneres erkrankt ist, mit einer ehrlichen Antwort auf die Angst davor.

Eine Wurzelbehandlung hat einen schlechten Ruf und eine andere Wahrheit: Sie rettet den eigenen Zahn von innen, wenn sein Inneres, die Pulpa, erkrankt oder abgestorben ist, und ist unter örtlicher Betäubung in den meisten Fällen nicht schlimmer als eine größere Füllung. Der Schmerz, den viele fürchten, ist der des entzündeten Nervs vor der Behandlung, nicht der der Behandlung selbst.

Röntgenaufnahme wird am Bildschirm ausgewertet (Symbolbild)
Wir sagen offen, ob eine Wurzelbehandlung das Richtige ist

von 14 Leistungen

WurzelkanalbehandlungEndodontische Behandlung

Der Zahn, der nachts wehtut, oder gar nicht

Ein andauernder, oft nächtlicher Schmerz, ein langes Nachziehen auf Kälte oder Wärme, ein Zahn, der beim Aufbeißen wehtut: Das sind die Anzeichen, wenn eine tiefe Karies, ein Riss oder ein alter Unfall das Innere des Zahns, die Pulpa, erreicht hat. Am häufigsten ist der Weg dorthin eine tiefe Karies oder eine große alte Füllung nah am Nerv, mehr dazu bei den Füllungen & Inlays. Es gibt aber auch die stille Variante: Eine Entzündung an der Wurzelspitze kann völlig schmerzlos verlaufen und fällt dann nur zufällig bei der Röntgenkontrolle auf: kein Schmerz heißt hier nicht kein Problem.

Wie es für Sie ablaufen würde

  1. Befund & Erklärung

    Wir untersuchen den Zahn und machen ein Röntgenbild, das die Wurzeln und eine mögliche Entzündung an der Wurzelspitze zeigt.

  2. Betäubung

    Eine örtliche Betäubung schaltet den Schmerz aus.

  3. Aufbereitung & Desinfektion

    Die Kanäle werden maschinell gereinigt und desinfiziert: klassisch mit Spüllösungen oder Laser-gestützt mit zwei Wellenlängen.

  4. Wurzelfüllung & Verschluss

    Ist der Kanal sauber und entzündungsfrei, wird er dicht aufgefüllt und der Zugang verschlossen.

  5. Abschlussversorgung

    Ein wurzelbehandelter Zahn ist oft bruchgefährdeter und braucht danach häufig eine Krone als Schutz.

Symbolbild

Der Zahn bleibt erhalten.Wir geben ihn nicht leichtfertig auf: er ist keine schlechtere Wahl als jeder Ersatz.

Was es kostet

Die Wurzelbehandlung ist eine Kassenleistung, wenn der Zahn als erhaltungswürdig gilt: bei Front- und vorderen Backenzähnen meist unkompliziert. Bei den hinteren Backenzähnen gilt eine Sonderregel: Dort trägt die Kasse die Behandlung nur, wenn dadurch eine geschlossene Zahnreihe erhalten bleibt oder vorhandener Zahnersatz erhaltungsfähig bleibt. Zur Kassenleistung gehört dabei mehr, als viele annehmen: auch die maschinelle Aufbereitung der Kanäle und das Spülprotokoll selbst sind bereits enthalten.

Privat hinzukommen können drei gezielte Zusätze: die elektronische Längenmessung, die Laser-gestützte Desinfektion und die Aktivierung der Spülung. Was davon in Ihrem Fall sinnvoll ist, besprechen wir vorher, Sie entscheiden, ob Sie es möchten.

Wenn private Zusätze dazukommen, wissen Sie es vorher. Wir besprechen sie, bevor irgendetwas beginnt, und Sie entscheiden in Ruhe. Für privat Versicherte gilt ohnehin die eigene Gebührenordnung, auch hier liegt vorab ein transparenter Kostenplan vor.

Wann etwas anderes besser ist

Nicht jeder Zahn lässt sich sinnvoll retten, und das ist keine Niederlage, sondern eine Abwägung: Ist zu wenig Substanz übrig, ist die Wurzel längs gebrochen oder lässt sich der Kanal nicht sauber aufbereiten, ist Ziehen und Ersetzen der ehrlichere Weg. Der eigene erhaltene Zahn ist dabei keine schlechtere Wahl als ein Implantat, deshalb versuchen wir zuerst zu erhalten, so weit es trägt.

Und wenn eine Wurzelbehandlung sich nach Jahren erneut entzündet, ist der Zahn nicht gleich verloren: Es folgen weitere Stufen, die alle dasselbe Ziel verfolgen.

Die Entzündung kommt nach Jahren wieder?

Revision

Wir reinigen den Kanal erneut, desinfizieren und füllen ihn neu, mit guter Erfolgsaussicht, etwas unter der Erstbehandlung. Anders als diese ist die Revision in aller Regel eine reine Privatleistung mit deutlichen Kosten, das sagen wir vorher.

Der Kanal allein reicht nicht mehr aus?

Wurzelspitzenresektion

Ein kleiner chirurgischer Eingriff kürzt die Wurzelspitze von außen und verschließt den Kanal von unten. Diesen Eingriff führt ein oralchirurgischer Partner durch, anders als die Revision ist er wieder eine Kassenleistung.

Trägt keine der Stufen mehr?

Ziehen & Ersatz

Erst wenn nichts mehr trägt, wird der Zahn gezogen und die Lücke geschlossen, die Optionen dafür stehen bei den Zahnersatz-Wegen.

Jede Stufe ist ein weiterer Versuch, den eigenen Zahn zu behalten, wir gehen sie so weit, wie sie sinnvoll trägt, und sagen ehrlich, wo sie endet.

Ob eine Wurzelbehandlung für Sie der richtige Weg ist oder etwas anderes, klären wir gemeinsam.

Zahngesundheit verstehen, Entscheidung leben.

Wenn Sie es genauer wissen möchten

Tut eine Wurzelbehandlung weh?

Sie kann schmerzfrei sein, versprechen lässt sich das aber nicht, und das sagen wir bewusst offen. In den meisten Fällen ist der Eingriff unter örtlicher Betäubung nicht schlimmer als eine größere Füllung; Druck oder ein Ziehen können spürbar bleiben, Schmerz nicht. Bei einem akut entzündeten Zahn ist manchmal eine zusätzliche Spritze direkt am oder im Zahn nötig, kurz, aber unangenehm, wir kündigen das an. Der Schmerz, den viele fürchten, ist ohnehin der des entzündeten Nervs vor der Behandlung: Die Wurzelbehandlung beendet ihn.

Wie viele Sitzungen brauche ich, und wie lange dauert das?

Das hängt von Methode und Befund ab: Unsere Laser-gestützte Behandlung kommt in geeigneten Fällen mit einer Sitzung aus, die klassische Methode braucht mindestens zwei, mit etwa einer Woche Abstand dazwischen. Eine Sitzung dauert je nach Zahn etwa eine halbe bis anderthalb Stunden: ein Frontzahn mit einem Kanal ist deutlich schneller behandelt als ein Backenzahn mit mehreren.

Muss ich danach wirklich eine Krone?

Oft ja, vor allem bei Backenzähnen: der wurzelbehandelte Zahn ist bruchgefährdeter, und die Krone schützt ihn. Bei noch viel erhaltener eigener Substanz kann eine hochwertige Füllung genügen. Was im Einzelfall reicht, entscheidet der Befund, mehr dazu beim Festsitzenden Zahnersatz.

Wie lange hält der Zahn danach noch?

In aller Regel viele Jahre, oft ein Leben lang: vorausgesetzt, er wird danach gut versorgt (Füllung oder Krone) und regelmäßig kontrolliert. Weil ihm der Nerv als Frühwarnsystem fehlt, tut eine neue Karies an diesem Zahn nicht weh, deshalb zählt die regelmäßige Kontrolle bei diesen Zähnen besonders.

Ich habe akute, starke Schmerzen, muss ich lange auf einen Termin warten?

Nein. Akute Beschwerden sind ein dringlicher Fall; oft ist der erste Schritt, den entzündeten Zahn zu öffnen und den Druck zu nehmen, das lindert den Schmerz meist rasch, der Rest der Behandlung folgt dann in Ruhe. Wie kurzfristig ein Termin möglich ist, klärt am besten ein Anruf in der Praxis.

Ist der Zahn danach „tot"?

Er hat keinen lebenden Nerv mehr, ja, aber er ist nicht funktionslos: Er kaut, hält und trägt weiter, versorgt von außen über das umgebende Gewebe. „Tot" ist das falsche Bild, treffender: von innen ruhiggestellt, von außen weiter versorgt.

Wir erklären jeden Schritt, vorher