Leistungen · Schienen & besondere Behandlungen

Kinder­zahnheilkunde

Gute erste Erfahrungen, die ein Leben lang bleiben.

Wer als Kind gelernt hat, dass der Zahnarzt kein Ort der Angst ist, trägt das mit. Wer das Gegenteil gelernt hat, auch. Deshalb nehmen wir uns bei kleinen Patienten besonders viel Zeit: zum Erklären, zum Zeigen, und um das Tempo zu finden, das für das Kind passt.

Fröhlich lachendes Kind (Symbolbild)
Eltern sind willkommen im Behandlungsraum

von 14 Leistungen

KinderzahnheilkundeMilchzähneWechselgebiss

Die Frage, die fast immer mitkommt

Ein dunkler Fleck am Zahn. Oder ein Kind, das beim Zahnarzt den Mund nicht aufmachen will. Meistens meldet sich dann dasselbe Gefühl: die Sorge, dass etwas nicht in Ordnung ist, und die leise Frage, ob man selbst etwas falsch gemacht hat. Zu viel Saft, zu spät mit dem Putzen angefangen, nicht konsequent genug.

Diese Frage nehmen wir Ihnen ab, so klar wir können: Karies bei kleinen Kindern ist häufig, und sie ist kein Elternversagen. Der erste Besuch ist ein Kennenlernen, kein Urteil über Sie.

Was wir dagegen sehr ernst nehmen, ist der Zahn selbst. „Der fällt ja sowieso aus" klingt vernünftig und ist der folgenreichste Irrtum in diesem Feld: Ein Milchzahn hält den Platz für seinen Nachfolger, er wird zum Kauen und fürs Sprechen gebraucht, und sein Schmelz ist dünner und weicher als der eines bleibenden Zahns. Aus einem kleinen Loch wird deshalb schneller ein großes. Wir schauen früh hin, nicht aus Übervorsicht, sondern weil das Tempo hier ein anderes ist.

Was wir für Kinder anbieten

Prophylaxe & Vorsorgeuntersuchungen

Regelmäßige Kontrollen ab dem ersten Zahn. Der erste Termin passt schon in den sechsten bis neunten Lebensmonat. Wie eine Vorsorgesitzung abläuft, steht bei der Prophylaxe.

Fissurenversiegelung

Schützender Überzug auf den tiefen Furchen der Backenzähne, genau dort, wo Karies besonders leicht entsteht.

Füllungen & Behandlungen

Wenn Milchzähne Karies haben: auch Milchzähne sind wichtig für Sprechen, Kauen und die Entwicklung der bleibenden Zähne.

Fluoridierung

Stärkt den Schmelz, einfach und wirksam. In der Praxis tragen wir dafür Fluoridlack auf; zu Hause genügt die altersgerechte Zahnpasta.

Wie es für Ihr Kind ablaufen würde

Der erste Termin dauert etwa eine Viertelstunde. Behandelt wird dabei in aller Regel nichts.

  1. Ankommen, ohne dass etwas passiert.

    Ihr Kind darf sich umsehen, die Instrumente ansehen und anfassen und das „Mund auf" üben. Wir zählen die Zähne. An diesem Termin gibt es nichts, was wehtun könnte.

  2. Wir schauen uns alles an.

    Zähne, Mund und Kiefer, und dazu die Frage, wie hoch das Kariesrisiko bei genau diesem Kind ist und welche Pflege dazu passt.

  3. Dann sprechen wir mit Ihnen.

    Was wir gesehen haben, was jetzt ansteht und was warten kann. In Ruhe und ohne Fachsprache, und ohne dass Sie zwischen Tür und Angel etwas entscheiden müssen.

  4. Und dann verabreden wir, wie es weitergeht.

    Meistens ist das der nächste Vorsorgetermin in einem halben Jahr. Muss doch behandelt werden, planen wir lieber öfter kurz als einmal lang: die Aufmerksamkeitsspanne eines Kindes ist kürzer als die eines Erwachsenen, und danach richten wir uns.

Symbolbild

Wir zeigen, was wir tun, bevor wir es tun.Wir machen Pausen wenn nötig. Kein Kind muss sich hier überrumpelt fühlen.

Was es kostet

Für Kinder ist die Kasse stark, und das ist hier die eigentliche Antwort: Die Grundversorgung Ihres Kindes ist weitgehend über die gesetzliche Krankenkasse abgedeckt. Dazu gehören die Früherkennungsuntersuchungen ab dem sechsten Lebensmonat, die Individualprophylaxe zweimal im Jahr bis zum 18. Geburtstag, der Fluoridlack, die Versiegelung der bleibenden großen Backenzähne, die Milchzahnfüllung und das Ziehen eines Milchzahns, wenn es nötig ist.

Daneben gibt es wenige Stellen, an denen etwas privat dazukommt. Versiegeln lassen sich zum Beispiel auch die kleinen Backenzähne, wenn ihre Kauflächen tief zerklüftet sind. Die Kasse trägt es nur für die großen. Dasselbe gilt für eine Behandlung unter Beruhigung oder Narkose und für Materialien über die Standardversorgung hinaus. Ob sich das bei Ihrem Kind lohnt, ordnen wir bei der Kontrolle ein.

Wenn private Kosten dazukommen, wissen Sie es vorher. Wir sagen Ihnen an der Stelle Bescheid, an der die Kassenleistung aufhört, und Sie entscheiden in Ruhe. Es gibt hier keinen Posten, der still dazukommt.

Wann etwas anderes besser ist

Ernst nehmen heißt nicht, alles sofort zu behandeln. Nicht jeder Fleck muss versorgt werden, und kein Kind gehört medikalisiert. Wenn Abwarten die richtige Entscheidung ist, sagen wir das genauso deutlich wie „das sollten wir jetzt angehen".

Und es gibt Fälle, in denen wir nicht die Richtigen sind. Unsere Stärke ist die verlässliche Grundversorgung, nicht die Spezialbehandlung des Ausnahmefalls. Wo mehr gebraucht wird, überweisen wir rechtzeitig:

Steht der Wechsel kurz bevor?

Abwarten oder ziehen

Dann lohnt eine aufwändige Versorgung nicht mehr, und Abwarten oder das Ziehen ist der ehrlichere Weg. Wird der Zahn dagegen noch Jahre gebraucht und ist die Karies aktiv, behandeln wir. Diese Abwägung treffen wir gemeinsam mit Ihnen, ohne Automatismus in die eine oder andere Richtung.

Ihr Kind macht nicht mit?

Kinderzahnarztpraxis

Das ist normal und kein Scheitern. Wir tasten uns über mehrere Termine heran. Reicht das nicht, gibt es Wege über eine Beruhigung oder eine Narkose, und die bieten wir nicht selbst an. Wir nennen Ihnen dann Praxen in der Umgebung; eine feste Partnerpraxis und eine Präferenz haben wir bewusst nicht, damit Sie nach dem entscheiden, was für Sie zählt: Termin, Weg, Eindruck.

Stehen die Zähne schief?

Kieferorthopäde

Fehlstellungen erkennen wir bei den Kontrollen früh und schicken Ihr Kind rechtzeitig weiter; dorthin gehört auch der Lückenhalter, der nach einem zu früh verlorenen Milchzahn den Platz offen hält. Was eine Schienenbehandlung leistet, steht bei den Alignern, bei uns ist sie Erwachsenen vorbehalten.

Das ist keine Notlösung, sondern eine klare Aufteilung: das Verlässliche im Haus, das Spezielle in spezialisierte Hände. Was wir übernehmen, übernehmen wir ganz, und was nicht zu uns gehört, sagen wir Ihnen früh genug, dass Sie in Ruhe entscheiden können.

Ob bei Ihrem Kind gerade etwas ansteht oder nichts zu tun ist, sagen wir Ihnen offen, auch dann, wenn es woanders besser aufgehoben wäre.

Zahngesundheit verstehen, Entscheidung leben.

Wenn Sie es genauer wissen möchten

Wenn ein Zahn ausgeschlagen ist

Bei einem bleibenden Zahn zählt jede Minute. Fassen Sie ihn nur an der Krone an, nie an der Wurzel. Nicht unter fließendem Leitungswasser abspülen und nicht abschrubben: das schädigt die feinen Zellen an der Wurzel, die zum Wiedereinsetzen gebraucht werden. Ist der Zahn sichtbar verschmutzt, spülen Sie ihn kurz mit kalter Milch ab, ohne zu wischen.

Wenn Sie es sich zutrauen, setzen Sie den Zahn vorsichtig zurück in die Lücke. Sonst transportieren Sie ihn in kalter Milch, ein Glas genügt. Eine Zahnrettungsbox aus der Apotheke ist die bessere Lösung, weil sie mehr Zeit kauft, aber sie ist kein Muss. Nie trocken und nie im Taschentuch: Die Milch hält die Zellen an der Wurzeloberfläche am Leben.

Im Idealfall sitzt der Zahn innerhalb einer Stunde wieder an seinem Platz. Kommen Sie deshalb sofort zu uns oder in die nächste Zahnklinik, und rufen Sie an, statt online einen Termin zu suchen. Ein Zahnunfall ist ein Notfall und kein Kalendereintrag.

Ein Milchzahn wird dagegen nicht wieder eingesetzt, das könnte die Anlage des bleibenden Zahns darunter gefährden. Anschauen sollten wir ihn trotzdem zeitnah.

Fluorid, Zahnpasta und weiße Flecken

Fluorid härtet den Zahnschmelz und ist der wirksamste Schutz vor Karies. Wir gehen dabei ausschließlich über die Zahnpasta und raten von Fluoridtabletten ab. Der Unterschied liegt im Weg: Fluorid aus der Zahnpasta wirkt dort, wo es gebraucht wird, an der Zahnoberfläche, und wird danach ausgespuckt. Eine Tablette wirkt über den ganzen Körper, und dafür sehen wir keinen Grund, solange der Schutz an der Oberfläche greift.

Die Menge richtet sich nach dem Alter: bei den Kleinsten reiskorngroß, ab etwa dem zweiten Geburtstag erbsengroß, ab dem Schulalter eine höher dosierte Zahnpasta. Bei erhöhtem Kariesrisiko gibt es statt einer Tablette eine stärkere Zahnpasta auf Rezept. In der Praxis kommt der Fluoridlack dazu, punktuell und zu festen Zeitpunkten, als Ergänzung zum täglichen Putzen, nicht als Ersatz.

Und zur häufigsten Verwechslung: Weiße Flecken auf den Zähnen sind nicht automatisch zu viel Fluorid. Sie können auch von einer Schmelzbildungsstörung kommen, die mit Fluorid nichts zu tun hat und für die niemand etwas kann. Was es ist, ordnen wir bei der Kontrolle ein, bitte raten Sie nicht, sondern fragen Sie uns.

Ab wann sollte mein Kind zum Zahnarzt?

So früh wie möglich: am besten, sobald der erste Milchzahn durchbricht, also etwa im sechsten bis neunten Lebensmonat. Danach im halbjährlichen Rhythmus. Früh ankommen bedeutet: kein Notfall, kein Schmerz, kein schlechter Einstieg. Eine Altersuntergrenze gibt es nicht, und wer sein Kind mitbringt, wenn er selbst zur Kontrolle kommt, macht nichts verkehrt.

Müssen Milchzähne behandelt werden, wenn sie sowieso ausfallen?

Ja. Milchzähne halten den Platz für die bleibenden Zähne, sind wichtig für Sprechen und Kauen, und eine unbehandelte Karies kann wehtun, sich entzünden und sogar die Anlage des bleibenden Zahns darunter schädigen. Dazu kommt das Tempo: Der Nerv liegt beim Milchzahn näher unter der Oberfläche, ein kleines Loch wird also schneller tief. Wie eine Füllung überhaupt funktioniert, steht bei den Füllungen & Inlays.

Tut das meinem Kind weh?

Der erste Besuch tut nicht weh, da wird geschaut und geübt, nicht behandelt. Ist doch eine Behandlung nötig, bereiten wir die Betäubung kindgerecht vor, mit einem betäubenden Gel vor dem Pieks und in einer Sprache, die nicht erschreckt. Völlige Schmerzfreiheit versprechen wir bewusst nicht: Ein gebrochenes Versprechen kostet mehr Vertrauen als eine ehrliche Ansage. Wir tun aber alles, damit es so wenig unangenehm wie möglich ist.

Mein Kind hat Angst, wie bereite ich es vor?

Am besten, indem Sie selbst ruhig bleiben und den Termin nicht zum großen Ereignis machen. Kein „du musst keine Angst haben", das macht die Angst überhaupt erst zum Thema. Keine Bestechung vorher und keine Drohung. Ein kleines Lob nach einem geschafften Termin ist dagegen völlig in Ordnung. Und sagen Sie uns ruhig, wenn Sie selbst kein gutes Verhältnis zum Zahnarzt haben. Das ist kein Vorwurf und kein Hindernis, wir achten dann darauf.

Zahlt die Kasse die Kindervorsorge?

Ja. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben Anspruch auf die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, die Individualprophylaxe zweimal im Jahr und die Versiegelung der bleibenden großen Backenzähne, das übernimmt die Kasse. Privat ist nur wenig, und davon erfahren Sie vorher.

Ist Daumenlutschen oder der Schnuller schlimm?

In den ersten Jahren gehört beides zur normalen Entwicklung. Kritisch wird es erst, wenn es über die Zeit des Milchgebisses hinaus anhält und die Zahn- oder Kieferstellung beeinflusst, dann sprechen wir es bei der Kontrolle an. Im Kleinkindalter ist es kein Grund zur Sorge.

Der erste Besuch darf leicht sein

Für den ersten Termin brauchen Sie keinen Anlass und keinen Befund, er ist ein Kennenlernen. Und wenn Sie unsicher sind, ob der Zeitpunkt schon der richtige ist: lieber einmal zu früh als zu spät.