Leistungen · Schienen & besondere Behandlungen

Schienen­therapie

Zähne und Kiefer schützen, wenn Knirschen oder ein überlastetes Gelenk zu viel wird.

Eine Schiene in diesem Sinn bewegt nichts, sie hält still: ein dünner Puffer zwischen den Zahnreihen, der die Kräfte abfängt, die sonst ungebremst auf Zähne und Kiefergelenk wirken. Ob nächtliches Knirschen Ihre Zähne angreift oder Kiefergelenk und Muskulatur aus dem Takt geraten sind: wir finden heraus, was Ihr Fall braucht.

Entspannter Patient im Gespräch (Symbolbild)
Wir sagen offen, ob eine Schiene das Richtige ist

von 14 Leistungen

KnirscherschieneBruxismusCMD

Der Moment, in dem eine Schiene zur Sprache kommt

Oft beginnt es nicht mit einem eigenen Termin, sondern bei einer ganz normalen Kontrolle: Wir sehen die typischen Schliffspuren an Ihren Zähnen, oder Ihr Partner erzählt vom nächtlichen Geräusch. Sie selbst haben davon nichts gemerkt: das nächtliche Knirschen und Pressen (fachlich: Bruxismus) passiert meist unbewusst, im Schlaf.

Bei anderen ist es umgekehrt: Schmerzen im Kiefergelenk, ein Knacken beim Öffnen, eine morgendliche Verspannung in der Kaumuskulatur: hier stehen die Beschwerden am Anfang, nicht eine stille Spur (fachlich: eine craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD). Beides führt zur selben Frage: Welche Schiene schützt oder entlastet, und wie kommen wir dahin?

Wie es für Sie ablaufen würde

  1. Kontrolle

    Bei einer Untersuchung stellen wir Diagnose und Bedarf fest. Ist eine Schutzschiene angezeigt, stellen wir den Antrag direkt bei Ihrer Krankenkasse. Sie müssen nichts einreichen.

  2. Nach der Genehmigung: der Abdruck

    Rund zwei Wochen später nimmt unsere zahnmedizinische Fachangestellte einen Abdruck Ihrer Zahnreihe mit einer weichen Abformmasse. Das tut nicht weh und braucht keine Betäubung.

  3. Die Eingliederung

    Etwa eine Woche danach passt Ihnen der Behandler die fertige Schiene ein und schleift sie so ein, dass sie beim Zubeißen gleichmäßig trägt. Direkt danach lässt sich normal essen und sprechen.

Symbolbild

Das meiste passiert nachts, ohne dass man's merkt.Nicht der Schmerz warnt, sondern sein Ergebnis am Morgen.

Was es kostet

Die Knirscherschiene gegen nächtliches Pressen und Knirschen ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse. Wir stellen den Antrag, Sie müssen sich um nichts kümmern. Auch privat Versicherte erhalten sie über ihren Tarif. Bei fortbestehendem Bedarf wird eine neue Schiene in der Regel etwa alle zwei bis drei Jahre übernommen, außerplanmäßig früher bei Bruch oder Verlust.

Bei einer Kiefergelenksbeschwerde liegt die Grenze anders: Die einfache Erstuntersuchung, das CMD-Screening, deckt die Kasse als Kurzbefund ab. Alles, was danach an genauerer Funktionsanalyse und der Funktionsschiene selbst folgt, ist eine private Leistung, die wir vor Beginn besprechen und schriftlich vereinbaren.

Wo die Kasse endet und eine private Leistung beginnt, wissen Sie vor Behandlungsbeginn, nicht erst auf der Rechnung.

Wann etwas anderes besser ist

Die Schiene schützt und entlastet. Sie heilt nicht. Das Knirschen entsteht überwiegend zentral gesteuert, oft von Stress angetrieben, und die Schiene ändert daran nichts. Deshalb gehört zur Schiene fast immer auch die Arbeit an der Ursache: Stress bemerken und entlasten, die Kaumuskulatur bewusst lockern, bei CMD zusätzlich Physiotherapie.

Und bei leichtem, folgenlosem Pressen ist Abwarten eine vertretbare Option, bei fortschreitendem Abrieb oder wachsenden Beschwerden wird dieser Weg am Ende der teuerste.

Die Ursache bleibt unbehandelt?

Stressbewältigung & Physiotherapie

Die Schiene fängt die Folgen ab, solange die Ursache besteht. Wer nur die Schiene trägt und Stress oder Anspannung lässt, wie sie sind, schützt seine Zähne, verändert das Knirschen aber nicht.

Sie tragen Veneers oder Implantate?

Zusätzlicher Schutz, nicht statt

Bei Verblendschalen ist gut belegt, dass eine getragene Schiene das Bruchrisiko deutlich senkt; auch bei Implantaten ist Knirschen ein klarer Risikofaktor. Mehr dazu bei den Veneers.

Sie haben schon eine Schiene?

Vorgefertigt oder vom Zahnarzt

Schienen aus der Drogerie oder dem Versandhandel passen wir nicht an. Wir wissen nicht, wie sie gefertigt wurden. Eine von einem Zahnarzt für Sie angefertigte Schiene übernehmen wir gerne in die laufende Kontrolle.

Die Schiene schützt zuverlässig, solange klar ist, was sie schützt und was sie nicht ersetzt.

Ob eine Schiene der richtige Schutz ist oder woanders angesetzt werden sollte, klären wir gemeinsam.

Zahngesundheit verstehen, Entscheidung leben.

Knirscherschiene oder Funktionsschiene?

Beide sind Schutz- und Entlastungsschienen, keine Bewegungsschienen. Der Unterschied liegt darin, was sie schützen und wer sie bezahlt. Was im Einzelfall passt, klärt sich in der Diagnostik; oft übernimmt eine Schiene sogar beide Aufgaben.

Knirscherschiene

Bei nächtlichem Knirschen (Bruxismus)

Auslöser
Unbewusstes Knirschen oder Pressen, meist nachts im Schlaf
Ziel
Zahnsubstanz und Restaurationen vor Abrieb und Brüchen schützen
Diagnostik
Reguläre Kontrolle, kein eigener Diagnostik-Termin
Kostenträger
Gesetzliche Krankenkasse, nach Genehmigung

Funktionsschiene

Bei Kiefergelenk- und Muskelbeschwerden (CMD)

Auslöser
Gestörtes Zusammenspiel von Kiefergelenk, Muskulatur und Zusammenbiss
Ziel
Kiefergelenk und Kaumuskulatur entlasten
Diagnostik
CMD-Screening in der Praxis, bei Bedarf Vermessung durch unser Partnerlabor
Kostenträger
Private Leistung (Funktionsanalyse und Schiene)

Wenn Sie es genauer wissen möchten

Hört das Knirschen durch die Schiene auf?

Nein. Die Schiene schützt Ihre Zähne vor den Folgen des Knirschens, aber sie beseitigt das Knirschen selbst nicht: das entsteht überwiegend zentral gesteuert, oft durch Stress, und braucht eigene Aufmerksamkeit.

Wie läuft die Diagnostik bei Kiefergelenkbeschwerden ab?

Bei Verdacht auf eine CMD steht am Anfang ein kurzes Screening bei der Kontrolle: wir tasten die Kaumuskulatur ab, prüfen die Mundöffnung und hören auf Gelenkgeräusche. Reicht das nicht aus, folgt eine genauere, apparative Vermessung Ihrer Kieferbewegung durch unser Partnerlabor: Sie ergänzt die klinische Untersuchung, ersetzt sie aber nicht. Aus denselben Daten fertigt das Labor anschließend Ihre Schiene.

Warum eine harte Schiene und nicht die weiche, die es fertig zu kaufen gibt?

Weil weiche Schienen die Kaumuskulatur bei manchen Menschen eher zum Zubeißen anregen als beruhigen. Die aktuelle Leitlinie rät bei Knirschen ausdrücklich von ihnen ab. Die harte, individuell angepasste Schiene schützt zuverlässiger.

Muss ich die Schiene jede Nacht tragen?

Die Knirscherschiene ja, in der Regel jede Nacht. Sie schützt nur, wenn sie im Mund ist. Für manche Funktionsschienen gilt ein anderes, festes Tragschema, das der Behandler Ihnen vorgibt.

Verändert die Schiene meinen Biss?

Die reine Schutzschiene ist dafür gemacht, das nicht zu tun. Bei bestimmten Funktionsschienen, die den Biss bewusst verändern, kann eine zu lange oder falsche Nutzung den Zusammenbiss verschieben, deshalb werden sie zeitlich begrenzt und engmaschig kontrolliert.

Zahlt die Kasse die Schiene?

Die Knirscherschiene ja, nach vorheriger Genehmigung. Die CMD-Funktionsdiagnostik und die Funktionsschiene selbst sind Privatleistungen, was das im Einzelfall bedeutet, besprechen wir vor Beginn.

Lassen Sie uns klären, welche Schiene Sie brauchen